NAF – Die Werkstatt


Arbeit- und Produktivität (2018)

 

Edition #1
Edition #2

 

Nana Hülsewig und Fender Schrade (NAF) laden sie ein: zum Arbeiten. Möglichst alles soll veröffentlicht werden. Andere Künstler*innen kommen hinzu. Wo liegt die Grenze zwischen Arbeit und Leben? Gibt es eine spezifische Form der künstlerischen Arbeit und wie hängt die mit Notwendigkeit und Wille, Geld und Ruhm zu verdienen, zusammen? Und wenn man dazu berufen ist, etwas im kapitalistischen Sinne Wertloses zu produzieren – wer entscheidet dann: hop oder top? Mal gehen wir auf die Suche nach belastbaren Qualitätskriterien. Mal arbeiten wir an neuen Formen von Handwerklichkeit. Oder fragen auch einfach: Wieviel Prozent deiner Anträge sind eigentlich bewilligt worden?

 

Möglichst viele verschiedene Ebenen der Kunstarbeit werden also ans Tageslicht befördert. Zum Beispiel der Abfall der eigenen Kunstproduktion. Verworfene Konzepte, vergessene Skizzen, gescheiterte Anträge. Oder auch notwendige Arbeitsschritte, für die im Produktionsalltag dann doch die Zeit fehlt – oder meinen Sie, man erfindet über Nacht, wie und wo ein 6 m langes Instrument mit 392 Tasten bespielt werden kann? Im Spannungsfeld zwischen praktischem Nutzen und Zweckfreiheit der Kunst wird in der Werkstatt ein Glas Wein getrunken und gemeinsam philosophiert.

 

Von und mit Nana Hülsewig und Fender Schrade und Gästen
Künstlerische Mitarbeit/Dramaturgie: Johanna-Yasirra Kluhs
Produktionsleitung: Silinee Damsa-Ard

 

Eine Produktion von NAF e.V. in Kooperation mit dem Theater Rampe e.V. Stuttgart.

Gefördert aus Mitteln des Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und durch die dreijährige Konzeptionsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart.

 

 

 

Edition#1

 

Erwartungen und Absagen
Labor
13.10.2018, ab 19:00h Theater Rampe, Stuttgart

 

Wer erwartet eigentlich etwas von einer geplanten künstlerischen Arbeit und wer kann dieser Erwartung Absagen erteilen? Ist die Antragsarbeit schon Teil der künstlerischen Arbeit oder nur ein notwendiges Übel des Gehorsams auf dem Weg zur Erfüllung dessen, das getan werden muss? Und bringt es eigentlich etwas, darüber zu diskutieren – oder sollten wir nicht lieber kollektiv ein Wellness-Center für antragsschreibende Künstler*innen errichten und dem Übel durch Genuss den Garaus machen? Ach übrigens: stellst du die Schreibzeit für den Antrag der potentiellen Fördergeber*in eigentlich in Rechnung? Im Spannungsfeld zwischen praktischem Nutzen und Zweckfreiheit der Kunst wird in der Werkstatt ein Glas Wein getrunken und gemeinsam philosophiert. Vielleicht steht uns für die Geldgespräche noch ein Gast mit Erfahrung zur Seite. Mal sehen, wie viel wir noch schaffen…..

 

 

 

 

Edition#2

 

Musikwerkstatt
Labor
01.12.2018, ab 19:00h Theater Rampe, Stuttgart

 

Instrumente lassen sich als Körper beschreiben. In ihrem Bau folgen sie bestimmten Normen – ein normierter Instrumentenkörper trägt einen Namen und bringt spezifische Spielkonventionen mit. Das de-formierte 6m-Piano von NAF bricht aus diesen Voreinstellungen aus. Es braucht zum Beispiel mehrere Menschen, um es wirklich zu spielen und steht so für eine gemeinsame, kollektive Arbeitsweise des Erforschens von Musik und „Miteinander seins“. Welche Bedeutung hat die Idee der Freundschaft für gute Musik? Das Zusammenwirken von gesellschaftlichem, musikalischem Handeln und dem Körper von Spieler*in und Instrument wollen Fender Schrade und der Dozent und Kulturagent Tom Heinzer aus Zürich nachgehen. Seine Arbeiten, öfters Zusammen-Arbeiten, sind ein permanentes Befragen des eigenen Tuns und der Beschaffenheit und Möglichkeit der Kunst an sich. Ein Großteil dieser Befragungen findet mittels aufgezeichneter Momente des Negativen, also ‚Nichtkunstmachens‘ statt. Nichtstun als Kreation? Interessiert uns! Mal sehen, wie man das zum Klingen bringen kann. Im Spannungsfeld zwischen praktischem Nutzen und Zweckfreiheit der Kunst wird in der Werkstatt ein Glas Wein getrunken und gemeinsam musiziert.

 

zu Gast:
Tom Heinzer (Zürich)

Nach einem Studium der Bildenden Kunst und einem Master in Art Education arbeitet Tom Heinzer einerseits als bildender Künstler und ist andererseits als Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste im Propädeutikum und als Kulturagent für den Kanton Zürich tätig.